SPD Villmar

Baulandpreise

Ortsverein

Baulandankauf in Villmar – Ein fader Beigeschmack bleibt

Nachdem in der letzten Gemeindevertretersitzung Mehrausgaben i.H.v rd. 200.000€ zur Finanzierung des final ausgehandelten Ankaufspreises i.H.v. 33 € / qm beschlossen wurden, bleiben Fragen offen. Ohne die grundsätzlich richtige Entscheidung zur Ausweisung des Villmarer Baugebiets in Frage zu stellen, sollte der Ankaufspreis bzw. das Verhandlungsergebnis eingeordnet werden.

In unserer Fraktion haben wir uns sehr intensiv und kontrovers über einen angemessenen, sprich fairen, Quadratmeterpreis ausgetauscht. Auch wurde unsererseits eine Übersicht erstellt (steht auf Anfrage zur Verfügung), welche sowohl den in unseren Augen bereits viel zu hohen Ankaufspreis im Jahre 2004 berücksichtigt, als auch vergleichbare hessische Referenzkommunen einschließt. Selbstverständlich auch inflationsbereinigt. Diese Übersicht stellten wir, der guten und konstruktiven Zusammenarbeit halber, sowohl der Verwaltung als auch den anderen Fraktionen zur Verfügung. Es ging und geht uns mit Sicherheit nicht darum, jemanden über den Tisch zu ziehen, das gleiche erwarten wir allerdings auch von jedem anderen am Verhandlungstisch. Ein Beispiel: Wenn gesagt wird, dass das Verhandlungsergebnis moderat sei, weil manche Eigentümer mit 50€ in die Verhandlungen gestartet sind, stellt sich überspitzt die Frage, warum man dann nicht mit 1€ Gebot darauf reagiert. Bei einem paritätischen Kompromiss wäre man bei ca 25 € gelandet, welcher nur leicht über dem Ankaufspreis benachbarter Kommunen liegt, wobei diese, wie im Fall Brechen, teilweise auch Anbindungsvorteile haben, sprich die verkehrstechnisch günstigere und damit attraktivere Lage. Nur am Rande angemerkt sei, dass diese 25 € auch die Einschätzung der Hessischen Landgesellschaft war.

Ob nun in anderen Kommunen hartnäckiger verhandelt wird, ob dort die Landeigentümer kompromissbereiter sind und auch die Allgemeinheit und Lokalpatriotismus in die Überlegungen mit einfließen, wissen wir nicht, schließlich saßen wir an keinem Verhandlungstisch. Dass jedoch trotz professioneller Beratung, welche mit Sicherheit nicht umsonst war, das erzielte Verhandlungsergebnis als „moderat“ bezeichnet wird, findet unseren Widerspruch. Vielmehr steht das Ergebnis in der Tradition der Ankaufsverhandlungsführung der letzten Jahrzehnte, welche meist zu Lasten der Gemeinde bzw. Bauinteressenten und zu Gunsten der Landeigentümer ausging.

Bleibt abschließend zu hoffen, dass die rd. 10 € / qm Mehrkosten über einem in unseren Augen angebrachten Ankaufspreis nicht dazu führen, dass letztendlich Bauinteressenten in andere Kommunen ausweichen, sondern weiterhin in unserer schönen Ortschaft wohnen wollen und das Neubaugebiet somit rasch und für die Gemeinde kostenneutral realisiert wird.

Für die SPD-Fraktion                                                

Jörg Schmidt

P.S.: Angemerkt sei noch die Richtigstellung der Behauptung im Weilburger Tageblatt, jemand aus unserer Fraktion habe in der letzten Gemeindevertretersitzung gegen den Ankauf zu diesen Konditionen gestimmt. Dies war nicht der Fall, wir stimmten einstimmig bei einer Enthaltung zu.