SPD Villmar

Helferkreis Villmar

Fraktion

"Ich schäme mich“, so die spontane Reaktion von Andreas Städtgen zu den soeben gehörten Redebeiträgen von Stefan Rosbach, Detlef Martin (beide CDU) und Jürgen Schmidt (UFBL) zu Tagesordnungspunkt 6 der Gemeindevertretersitzung am 11.04.2019 (Bereitstellung von Projektmitteln zur Fortsetzung der Integrationsarbeit in der Gemeinde Villmar durch den Helferkreis Villmar e.V.).
Alle drei hatten sich mit fadenscheiniger Begründung gegen die Förderung in Höhe von 3000 Euro jährlich für 2019 und 2020 ausgesprochen. Kommentar von Andreas Städgen:
„Wenn hier 150 Euro für einen optimalen Platz wehtun, machen wir etwas falsch".
Den Redebeitrag von Jörg Schmidt (Fraktionsvorsitzender) lesen Sie folgend.

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Themenkomplex „Flucht, Migration und Integration“ polarisiert insbesondere in der heutigen Zeit und gerade auf staatlicher Seite liegen hier zum Teil noch immer eklatante Defizite in vielen Bereichen vor. Ohne das beherzte, engagierte und von Menschlichkeit geprägte Eingreifen vieler ehrenamtlicher Helfer, die auch behördliche Aufgaben begleiten und so bspw. kommunale Mitarbeiter entlasten, wäre die gesamtgesellschaftliche Herausforderung sicherlich nicht zu bewältigen gewesen. Zeitgleich wird auf allen Ebenen und von fast allen politischen Akteuren in schon fast heuchlerischer Form sowohl mehr gesellschaftliches Engagement und Rücksichtnahme auf sozial schlechter Gestellte gefordert als auch mantraartig „Integration“ gefordert, was auch immer damit gemeint sein soll. Der hier gestellte Projektantrag mit seinen jährlichen Kosten von 3000€ stößt genau in diese immer geforderte Richtung. Mit diesem Betrag wird aber nicht nur die Betreuung und Unterstützung von subsidiär Schutzberechtigten und anerkannten Asylbewerbern unterstützt, der Helferkreis ist für alle hilfsbedürftigen Menschen eine vielfältige Anlaufstelle, was auf den ersten Blick vielleicht auch nicht direkt aus der Themenzeile des AAV Antrags hervorgeht, aber spätestens dann offensichtlich wird, wenn man den Antrag und die angehängten Zusatzinformationen liest oder einfach mal den Helferkreis bei seiner Arbeit besucht. Die erneute Aufzählung spare ich mir an dieser Stelle, Herr Paul hat das breite Spektrum äußerst ausführlich beschrieben.

Weitere, neue Ideen werden auch in Aussicht gestellt. Wenn man sich einmal die vom Antrag betroffenen Orte des Wirkens anschaut, fällt auf, dass diese sehr gut geeignet sind für die dargestellten Vorhaben, sowohl aus organisatorischer Perspektive als auch von der Lage. Der Betrag soll auch nur die dort entstehenden Unkosten decken, es ist, und hier muss ich meinem Vorredner entschieden widersprechen, eben keine einen Verein in irgendeiner Art und Weise bevorzugende Zahlung. Wir als SPD-Fraktion unterstützen Ehrenamt und Vereinsarbeit unbedingt. Ausdrücklich möchten wir auch andere Vereine und Ehrenamtler ermutigen, mit Ideen und Initiativen an die kommunalen Mandatsträger heranzutreten und für ihre Anliegen zu werben. Abschließend noch das Offensichtliche: Wir unterstützen das Ansinnen des vorliegenden Antrags und werden dafür stimmen.