SPD Villmar

Gemeindepflege 2.0: Chance vertan

Veröffentlicht am 28.08.2026 in Fraktion

„Villmar muss sparen. Sparen darf nicht bedeuten, bewährte und wichtige Angebote für unsere Menschen einfach aufzugeben.“

Genau darum ging es gestern Abend in der Gemeindevertretung. SPD und Grüne hatten beantragt, die Gemeindepflege 2.0 für 2027 zu verlängern. Nicht als „Weiter so“, sondern mit einer Weiterentwicklung in Zusammenarbeit mit zwei weiteren interessierten Kommunen. 

Seit 2024 ist unsere Gemeindepflegerin in Villmar tätig. In dieser Zeit sind mehr als 320 Fälle mit teils hohem Beratungsaufwand entstanden. Dahinter stehen keine bloßen Zahlen, sondern Menschen: Seniorinnen und Senioren, Angehörige, Menschen, die mit einem Antrag beim Amt nicht weiterkommen, Unterstützung benötigen oder von Einsamkeit bedroht sind.

Die Gemeindepflege hilft Menschen dabei, möglichst lange selbstständig in ihrem vertrauten Zuhause zu leben. Sie unterstützt Angehörige, vermittelt Hilfen und kann verhindern, dass aus kleinen Schwierigkeiten große Krisen werden. Auch das CDU-geführte Hessische Familienministerium betont genau diesen präventiven Ansatz.

„Niedrigschwellig, unkompliziert, kompetent und herzlich.“ So beschrieb Gertrud Brendgen (Grüne) die Gemeindepflege.

Und genau diese Arbeit sollte nicht einfach auslaufen. Das Land Hessen bietet die Möglichkeit, die Förderung um ein weiteres Jahr zu verlängern. Gleichzeitig hatten SPD und Grüne einen Weg aufgezeigt: „Und hier liegt heute Abend ein Kompromiss auf dem Tisch, der es möglich macht, unsere Gemeindepflege zu erhalten - und zwar für die Hälfte und noch weniger der bisherigen Kosten durch eine interkommunale Zusammenarbeit“, betonte Lisa Geßner (SPD). 

Gertrud Brendgen (Grüne) brachte es auf den Punkt: „Ja, liebe CDU, wir müssen sparen. Und ja, die Gemeindepflege kostet uns trotz der 80%igen Förderung (Anmerkung: der Bruttolohnkosten) immer noch 38.600 € im Jahr.“ Dieser Anteil werde aber mit dem vorgelegten Konzept um 50-60 % auf 13.000-19.500 € deutlich gesenkt. 

Angelika Guidry (SPD) erinnerte daran, dass inzwischen etwa jeder fünfte Bürger bzw. jede fünfte Bürgerin über 70 Jahre durch die Gemeindepflege erreicht werden konnte. Ihr Appell: „Lassen wir eine erfolgreiche Struktur nicht einfach auslaufen, wenn es die Möglichkeit gibt, sie mit Förderung und neuen Partnern zukunftsfähig zu machen.“

Doch genau diese Chance wurde gestern vertan: Die CDU, die sich auf einem eisernen Sparkurs befindet und die Aufgaben für die Gemeindepflege nicht anerkennt, lehnte gemeinsam mit der UFBL unseren Antrag ab !

Felix Dasch (SPD) setzte die Forderungen der beiden Fraktionen in Relation: „Wir reden dauernd von einer veränderten Gesellschaft und was alle Herausforderungen z.B. die Grundsteuer für persönliche Konsequenzen haben. Das sehe ich mit großem Bedauern und mit großer Sorge, gerade für den ältesten Teil der Bevölkerung.“

Für uns als Grüne- und SPD-Fraktion ist klar: Villmar muss sparen. Sparen darf nicht bedeuten, den sozialen Zusammenhalt abzubauen und bewährte Hilfsangebote aufzugeben.

Oder, wie Felix Dasch (SPD) betonte: „Deutschland wird älter. Und das muss den Kommunen bewusst werden.“

Was nach dem Abend bleibt? 

Unser großer Dank an Gemeindepflegerin Frau Stock für 2 Jahre in Villmar. Sie hat die Gemeindepflege etabliert und sich für viele, viele Menschen vor Ort gekümmert. Sie hat die Gemeindepflege zu einem echten Erfolgsmodell gemacht. Ein Erfolgsmodell, was politisch nicht hätte beendet werden dürfen